21. November 2025

Es war ein technisch anspruchsvoller Einsatz. In Polen, auf dem Weg in die Ukraine, hat unser Lieferwagen die Zusammenarbeit gekündigt. Mit dem letzten Atemzug konnte ich noch eine Werkstatt erreichen. Die Diagnose: Turbine defekt, und im ganzen Land war nur eine einzige solche verfügbar. Reparaturzeit: eine Woche, wenn es gut geht. (Dass es nicht gut ging, habe ich auf dem Rückweg erfahren.)

Da die Zollpapiere nur eine begrenzte Gültigkeit haben, blieb nur eines: ein Ersatzfahrzeug zu finden – einen Lieferwagen mit Anhängerkupplung, mit dem man ins Kriegsgebiet fahren darf. Eine unmögliche Aufgabe in einer Provinzstadt. Doch nicht für unseren Gott.

Bereits am Abend sitze ich in einer alten Klapperkiste; die Weihnachtspäckli sind umgeladen, der Anhänger mit der Feuerwehrausrüstung fast angehängt. Fast – denn der Stecker passte nicht zum Anschluss. Wunder Nummer 2: Ich finde kurz vor Ladenschluss einen passenden Adapter am anderen Ende der Stadt.

Vor lauter Freude vergesse ich, dass der Ersatzwagen viel länger ist als mein untreuer VW Crafter – und bleibe prompt auf einem Parkplatz stecken, in einem uneleganten 110°-Winkel zwischen Anhänger und Fahrzeug. Wunder Nummer 3: Ich komme unbeschädigt wieder heraus, vielleicht nur, weil es dunkel war und ich nicht sah, was ich tat.

In der Warteschlange am Grenzübergang PL/UA habe ich genügend Zeit nachzulesen, dass bei einem Fahrzeugwechsel ein Zollbeamter die Umladung der Ware hätte überwachen und dokumentieren müssen. Wunder Nummer 4: Die Zöllner haben es nicht gemerkt. 🙂

Im Kinderzentrum, das ich nach fünf Tagen Reise endlich erreiche, schliessen sich mir meine polnischen Freunde an, und gemeinsam fahren wir nach Sumy. Die Sicherheitskräfte nehmen sich viel Zeit, um uns an jedem Kontrollposten gründlich zu überprüfen. Verspätet und durchgefroren erreichen wir schliesslich die Menschen, die wir mit Weihnachtsgeschenken der Aktion Weihnachtspäckli beschenken. Die lange Reise und die unangenehmen Momente sind spätestens jetzt vergessen, wenn man die Freude in ihren Gesichtern sieht.

Am Nachmittag besuchen wir die Feuerwehr – und können ihnen wichtige Schutzausrüstung für ihre Einsätze übergeben.

Die Rückreise endet nach weiteren drei Tagen wieder bei der polnischen Werkstatt, wo der Lieferwagen noch einmal zehn Tage verbringen wird, bis er wieder fahrtüchtig ist. Also sitze ich nun im Regionalzug zum Flughafen Krakau und bin überwältigt von Dankbarkeit, dass trotz allem alles so gut gekommen ist.

An dieser Stelle möchte ich AVC Schweiz, HMK und vielen Freunden danken – für die Päckli und für das Feuerwehrmaterial.

Der nächste Einsatz als Weihnachtsmann folgt im Dezember; unter anderem werde ich die Kinderkirche in der Gegend von Cherson besuchen.

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